Entsafte dich gesund - Interview mit Maria Lohmann
Buchautorin & Medizinjournalistin Maria Lohmann über Obst- und Gemüsesäfte für die Gesundheit
Maria Lohmann ist seit 25 Jahren Buchautorin, Medizinjournalistin und Heilpraktikerin. In ihren zahlreichen Büchern zu verschiedene Gesundheitsthemen verbindet sie ihre großen Leidenschaften: Naturheilkunde, traditionelle Heilverfahren, gesunde Ernährung und das Schreiben. Es ist ihr ein Anliegen, fachliche Inhalte anschaulich und informativ aufzubereiten.
Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Thema Säfte und Gesundheit?
Also, mit dem Thema beschäftige ich mich schon seit über 25 Jahren. 1998 ist bereits mein erstes Buch dazu erschienen. Basische Säfte aus Obst und Gemüse wurden ja seit jeher sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt.
Saftfasten wurde und wird in Naturkliniken und speziellen Hotels als probates Mittel zur Entgiftung und Reinigung und gegen Übersäuerung eingesetzt.
Seitdem haben sich die Entsafter und Mixer technisch natürlich toll weiterentwickelt, was die Herstellung und Handhabung vereinfacht und somit auch mehr Spaß in der Küche macht. Kurze Saftkuren an einem Wochentag oder am Wochenende sind beliebt und haben einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel.
Obst- und Gemüsesäfte für die Gesundheit: mit 120 erfrischenden Cocktails und leckeren Rezepten
Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dem Thema Entsaften und Entschlacken. Warum genau jetzt?
Gerade in den letzten Jahren sind naturbelassene Obst und Gemüse, grüne Smoothies sowie die Bedeutung des Säure-Basen-Haushaltes immer populärer geworden. Dieser Trend ist auch auf die zunehmende Zahl ernährungsbewusster, zumeist junger Menschen, zurückzuführen. Gerade für Vegetarier und Veganer können frisch gepresste Säfte eine wertvolle Komponente ihrer Ernährung sein.
Umso gelegener kommen da die geschmackvollen basischen Säfte: Sie sind nicht weniger wertvoll als Rohkost und kommen den Wünschen der anspruchsvollen Genießer entgegen. Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Herstellung eines Saftes mit einem hohen Anteil an basischen Mineralien, Vitaminen und anderen Hilfsstoffen.
Damit lässt sich auch der Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringen.
Sollte man eher zu regionalem Obst & Gemüse greifen? Spielt die Bio eine größere Rolle?
Zunächst mal: Obst und Gemüse muss nicht „etepetete“ sein, d.h. für den Entsafter braucht es wirklich nicht perfekt Aussehen. Im Handel wird nicht den Normen entsprechendes Obst und Gemüse häufig günstig angeboten, etwa unter dem Namen „krumme Dinger“, weil sie etwas schief gewachsen sind und daher vielfach verschmäht werden.
Ihr Aussehen tut ihren inneren Werten jedoch keinen Abbruch.
Ich bevorzuge regionale Produkte aus Deutschland, am besten in Bio-Qualität.
Tatsächlich sind z.B. Karotten, Äpfel, Kartoffeln oder Gurken aus der Region in Bioqualität nicht sehr teuer. Regionale Bio-Produkte mit anerkannten Labels wie Bioland, Naturland und Demeter sind natürlich die Krönung, besser geht es nicht; ebenso wie Netzwerke von regionalen Erzeugergemeinschaften wie zum Beispiel „Unser Land“, deren Produkte auch im Supermarkt erhältlich sind.
Die höheren Preise sind vollkommen gerechtfertigt, es geht dabei um eine gentechnikfreie, nachhaltige Landwirtschaft und faire Preise für die Bauern.
Gibt es auch Nachteile beim Entsaften mit einem Entsafter?
Ein Nachteil der Zentrifugen-Entsafter ist die sehr schnelle Rotation, die Wärme entstehen lässt und wertvolle Vitamine im Saft angreifen kann. Andererseits ist der Saft aus der Zentrifuge am schnellsten fertig.
Am wenigsten Spaß macht die Reinigung der Einzelteile der Entsafter.
Deshalb sollte man sich gleich zu Anfang angewöhnen, die Siebe und Auffangbehälter direkt nach der Saftzubereitung unter fließendem Wasser abspülen oder in Wasser einweichen. Dann ist die Reinigung keine große Sache.
Gibt es etwas, dass man vor einem Kauf eines Entsafters beachten sollte?
Wer jeden Tag frische Säfte trinken möchte, für den ist die Anschaffung eines elektrischen Entsafters sinnvoll. Die handelsüblichen Geräte sind einfach zu bedienen und praktisch.
Moderne Entsaftermodelle gehen mit der Frucht oder dem Gemüse so schonend um, dass die wertvollen Vitalstoffe erhalten bleiben. Sie liefern leckere und vor allem gesunde, reine Säfte.
Außerdem weiß man bei selbst gepressten Säften, was wirklich drin ist.
Was ist der Unterschied zwischen Saftpressen und Zentrifugenentsafter?
In vielen gängigen handelsüblichen Entsaftern werden die Früchte zunächst gehobelt oder geraspelt und anschließend wird mithilfe einer Zentrifuge der Saft durch die Fliehkraft gewonnen. Dadurch wird der Saft mit allen Vitalstoffen von den Faserstoffen (Trester) getrennt. So kann der Körper alle wichtigen Stoffe mit dem Saft unmittelbar aufnehmen. Dieser sogenannte Trester wird in einem separaten Gefäß des Entsafters aufgefangen.
Ein Nachteil der schnell rotierenden Zentrifuge ist das Aufwirbeln von Luft, zu erkennen an der unschönen Schaumkrone auf dem frischen Saft. Einige Geräte haben deshalb einen Behälter mit Schaumtrenner im Lieferumfang. Der Kontakt mit dem reaktionsfreudigen Sauerstoff kann einen Teil der Enzyme und Vitamine zerstören.
Saftpressen arbeiten schonender; Herz der Saftpressen ist die spiralförmige Pressschnecke (Presskegel), die für einen hohen Ertrag sorgt. Sie presst den Saft langsam und kontinuierlich aus dem frischen Obst und Gemüse heraus. Oft tragen die modernen Saftpressen Namenszusätze wie „Slow Juicer“.
Durch die kalte und langsame Pressung bleiben empfindliche Vitamine wie C, B, K und die Polyphenole besser erhalten.
Im Handel gibt es verschiedene Entsaftermodelle, die meisten preisgünstig und qualitativ hochwertig. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Motorstärke und der Saftausbeute. Beim Kauf sollten sie unbedingt darauf achten, dass die Maschine leicht zu reinigen ist und dass außerhalb der Maschine ein spezieller Auffangbehälter für die Faserstoffe (sogenannter Trester) angebracht ist.
Tipp: Ein externer Tresterbehälter ist einfacher zu reinigen und wird bei der Reinigung nicht vergessen.
Sind Mixer für Smoothies besser geeignet als Slow-Juicer?
Geräte wie ein Standmixer sind für Smoothies und die Mischung von Säften ideal. Zur Herstellung von puren Säften sind sie jedoch nicht geeignet, da sie die Früchte lediglich pürieren und die Faserstoffe erhalten bleiben.
Früchte wie Bananen sind für den Entsafter eigentlich zu weich, aber sie lassen sich im Mixer gut, etwa mit Orangensaft kombinieren. Um kleinere Mengen an weichen Früchten zu zerkleinern, reicht auch ein Pürierstab.
Bei kleineren Mengen Zitronen, Orangen oder Grapefruits genügt eine einfache Handpresse. Für größere Mengen kommt eine elektrische Zitruspresse in Frage. Alternative: Geschälte Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen sind übrigens auch für den Entsafter geeignet.
Was ist beim Entsaften zu beachten?
Um einen möglichst hohen Vitamingehalt zu gewährleisten, stellt man Säfte am besten erst unmittelbar vor dem Trinken her. Für einige Stunden kann man sie in einem lichtundurchlässigen Gefäß im Kühlschrank aufbewahren. Säfte sollte man lieber nicht auf Vorrat herstellen, da der Vitamingehalt durch Licht- und Lufteinfluss rasch abnimmt. Jedes längere Stehen führt zu einem Verlust der wertvollen Bestandteile.
Der Saft von Blattgemüsen wie etwa Spinat oder Kräutern hat einen hohen Gehalt an Chlorophyll, der ihm einen bitteren Geschmack verleiht. Am Anfang verarbeitet man nur kleinere Mengen, denn grüne Gemüsesäfte können einen empfindlichen Magen reizen. Deshalb sollte man sie mit milden Säften mischen.
Tipp: Da weiche Obst- und Beerensorten dickflüssigen Saft hergeben, solltet ihr diese am besten mit anderen harten Früchten oder Gemüse (z.B. Äpfel, Karotten) gemeinsam entsaften.
Ihre Bücher drehen sich um Ernährung und deren Einfluss auf unsere Gesundheit. Gibt es einen wichtigen Tipp, den Sie jedem mit auf den Weg geben würden?
Sehr wichtig finde ich die ganzheitliche Sicht auf sich selbst, auf die Umwelt und natürlich auch auf die Ernährung. Der Mensch ist ein biologisches System, eingebettet in das Ökosystem Umwelt.
Deshalb kann es uns auch nicht gleichgültig sein, unter welchen Bedingungen Lebensmittel hergestellt und Tiere in der Massentierhaltung behandelt werden. Respekt gegenüber uns selbst, gegenüber anderen Lebewesen und der Natur haben einen unmittelbaren Respekt auf Gesundheit und Wohlbefinden. Deshalb:
Schätzt hochwertige Lebensmittel, die ordentlich produziert werden!
„Deine Nahrung sei dein Heilmittel“, befand bereits der berühmte griechische Arzt Hippokrates.
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