Bloatware & Speicher: Warum vorinstallierte Apps das Smartphone ausbremsen
Warum vorinstallierte Apps oft mehr Ärger als Nutzen bringen – und worauf es bei Bloatware wirklich ankommt.
erstellt vom Bluepick-Team
Bloatware und Speicherbelastung: Das unterschätzte Smartphone-Problem
Bloatware – der Name klingt schon ein wenig sperrig, der Effekt auf das eigene Smartphone ist jedoch oft unverkennbar. Gemeint sind damit vorinstallierte Apps von Drittanbietern, die auf das neue Gerät schon mitgebracht werden – meist nicht, weil man als Nutzer danach gefragt hätte, sondern weil Hersteller oder Mobilfunkanbieter sich dies vertraglich haben zusichern lassen.
Was genau ist eigentlich Bloatware?
Bloatware umfasst sämtliche zusätzliche Anwendungen, die über die Standardsoftware und Grundausstattung eines Smartphone-Herstellers hinausgehen. Sie kommen von Drittanbietern, etwa bekannten Spieleentwicklern, Shopping-Plattformen oder Werbenetzwerken, und erscheinen beim ersten Start oft ungefragt auf dem Startbildschirm.
Vorinstallierte Apps, die fester Teil eines Ökosystems sind – wie Apple Music bei iPhones oder Google Kalender auf Pixel-Smartphones – gelten nicht als Bloatware. Entscheidend ist: Nicht der Bedarf des Nutzers, sondern wirtschaftliche Interessen treiben die Installation voran.
Wieso ist Bloatware problematisch?
Speicherplatz: Einfach unnötig belegt
Gerade auf Einsteiger- oder Mittelklasse-Smartphones, die meist über weniger internen Speicher verfügen, wirkt sich Bloatware besonders nachteilig aus. Schon bei 128 GB Speicherplatz kann eine Handvoll überflüssiger Apps schnell mehrere Gigabyte blockieren.
Etwas, das nicht benutzt wird, sollte eigentlich auch keinen Platz auf dem Smartphone beanspruchen – bei Bloatware ist das leider selten der Fall.
Ein weiterer Nachteil: Viele Bloatware-Apps lassen sich nicht vollständig deinstallieren, sondern nur deaktivieren. Der belegte Speicherplatz bleibt also oft bestehen.
Leistung und Akku im Dauerstress
Manche der vorinstallierten Anwendungen laufen permanent im Hintergrund – auch dann, wenn sie gar nicht gebraucht werden. Das Ergebnis: Sie verbrauchen Rechenleistung, RAM und nicht zuletzt auch wertvolle Akkulaufzeit. Besonders bei günstigeren Geräten kann dieser zusätzliche Ressourcenbedarf die Performance spürbar verschlechtern.
Einige Smartphones bringen mehr als 10 bis 15 vorinstallierte Drittanbieter-Apps mit. Zusammen können diese bis zu 20 GB Speicher belegen.
Unübersichtlichkeit auf dem Bildschirm und der Datenweitergabe
Bloatware ist nicht nur aus technischer Sicht problematisch. Sie sorgt auch für Unordnung auf dem Startbildschirm und im App-Menü. Wer Wert auf Übersichtlichkeit legt und sein Gerät individuell einrichten will, sieht sich mit einem wahren Hürdenlauf konfrontiert – besonders wenn sich störende Apps nicht vollständig entfernen lassen.
Auch wenn sich Apps nicht vollständig deinstallieren lassen, sollte man ihre Aktivität auf jeden Fall deaktivieren, damit sie nicht ständig Daten sammeln und im Hintergrund laufen
Warum gibt es überhaupt Bloatware?
Der Vorteil für Drittanbieter: Für Hersteller von Drittanbieter Apps ist der Vorteil natürlich klar: durch die vorinstallierte Apps erreicht man einen höheren Bekanntheitsgrad und setzt darauf, dass User die App verwenden werden, wenn sie schon vorinstalliert ist. Manche greifen zudem auch im Hintergrund Nutzerdaten ab.
Der Vorteil für Smartphone Hersteller: Die Smartphone Hersteller erhalten dadurch natürlich zusätzliche Einnahmen, da die sie die Apps ja nicht kostenlos auf ihre Smartphones vorinstallieren.
Der Vorteil für User: Ja, auch hier gibt es durchaus Vorteile. So ist es zum Beispiel für Xiaomi möglich, Smartphones mit einer richtig guten Hardware (Kamera, Prozessor) zu einem viel günstigeren Preis anzubieten. Praktisch für alle, die kein Problem damit haben, ein bisschen Speicherplatz abzugeben oder alle ungewollten Apps zu deaktivieren oder deinstallieren.
Für wen ist Bloatware besonders relevant?
Nutzerinnen und Nutzer von Einsteiger- sowie Mittelklasse-Smartphones, deren Speicher und Prozessorleistung naturgemäß begrenzt sind, leiden besonders unter unnötig belegtem Speicherplatz und Mehrbelastung im Hintergrund. Hat das Smartphone nur einen internen Speicher von 128 GB und möchte man selbst einige Apps installieren oder viele Bilder speichern, dann lohnt sich ein genauer Blick.
Wer nur wenige Apps installieren möchte und ein „sauberes“ Smartphone bevorzugt, empfindet Bloatware ebenfalls als extrem störend.
Bei High-End-Smartphones mit großzügigem Speicher fällt der Nachteil weniger stark ins Gewicht – der Frust über nicht löschbare Apps bleibt trotzdem.
Wer Bloatware konsequent vermeiden will, sollte vor dem Kauf gezielt auf Geräte setzen, die nach Möglichkeit mit wenig oder gar keiner Drittanbieter-Software ausgestattet sind oder die Apps sich zumindest deinstallieren lassen.
Fazit: Auf die "App-Diät" kommt es an
Bloatware ist für viele Smartphone-Nutzer ein unterschätztes Ärgernis. Vorinstallierte Apps blockieren nicht nur wertvollen Speicher und beeinflussen die Leistung, einige sammeln auch ungewollt Daten im Hintergrund.
Für alle, die noch unsicher sind, welches Smartphone am besten zu den eigenen Anforderungen passt, lohnt ein Blick in den interaktiven Ratgeber:
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