Welche Espresso-Kaffeemühle soll ich kaufen?

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Welche Espresso-Kaffeemühle soll ich kaufen?

23 Kaffeemühlen im Vergleich | Finde die beste Kaffeemühle für dich | Juli 2021

Bonus: Experten-Interview mit
Der Latte Art Weltmeister 2014 und Latte Art Meistertrainer steht für erstklassigen Kaffeegenuss und Kaffee mit Herz. Seine Faszination für die kleinen Bohnen teilt er seit über 8 Ja...
Bonus: Experten-Interview mit
Der Latte Art Weltmeister 2014 und Latte Art Meistertrainer steht für erstklassigen Kaffeegenuss und Kaffee mit Herz. Seine Faszination für die kleinen Bohnen teilt er seit über 8 Ja...
Daten zum Ratgeber
Kaffeemühle

23 Kaffeemühlen im Vergleich

Finger tippt

3385 Nutzer erfolgreich beraten

Checkliste auf Klemmbrett

18 analysierte Eigenschaften und Kriterien

Kalender mit Checkmark-Haken

Zuletzt veröffentlicht: 28. Juli 2021, 07:56
Letztes Update der Preise: vor 7 Minuten

Über diesen Ratgeber
Man sollte eine spezielle Espresso-Kaffeemühle nie mit einer normalen Kaffeemühle verwechseln. Espresso hat einige besondere Anforderungen an das Mahlgut, die nur bestimmte hochwertigere Mühlen erfüllen. In den meisten Espresso-Setups sind weder der Kaffee noch die Siebträgermaschine das schwächste Glied, sondern die Mühle - aber ohne gute Mühle gibt es keinen guten Espresso! Wichtige Fragen, die du dir stellen solltest, sind: Wie häufig wechselst du die Bohnensorte? Wie homogen soll das Mahlgut sein? Machst du auch Filterkaffee? Was ist mit dem Totraum der Mühle? Mit diesem Ratgeber findest du schnell heraus, ob du bestimmte Features wirklich benötigst und einen Aufpreis zahlen solltest - oder eben nicht.

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Interview mit Christian Ullrich

Christian Ullrich
Christian Ullrich
Christian Ullrich

Der Latte Art Weltmeister 2014 und Latte Art Meistertrainer steht für erstklassigen Kaffeegenuss und Kaffee mit Herz. Seine Faszination für die kleinen Bohnen teilt er seit über 8 Jahren leidenschaftlich als Barista-Trainer mit seinen Kursteilnehmern. Er gilt als anerkannter Kaffee-Experte und berät Gastronomie, Kaffee-Industrie und auch zahlreiche begeisterte Home-Baristas.

Lieber Christian Ullrich, wie kamst du zum Kaffee, wie wurdest du Barista - und darüber hinaus - wie kommt man auf die Idee das ganze kompetitiv zu machen, d.h. an Latte-Art-Meisterschaften teilzunehmen?

Also ich war grundsätzlich schon immer zielstrebig. Jetzt nicht unbedingt in der Schule - da war ich jetzt nicht der Beste. Ich hab ursprünglich Hotelfachmann gelernt und wollte von Anfang an in der Lehre schon immer irgendwas Besonderes machen. Ich wusste nicht genau in welche Richtung, weil man sich in der Gastronomie halt hauptsächlich mit Wein befasst. Doch dann hat sich im dritten Lehrjahr die Möglichkeit ergeben, bei einem Barista-Kurs mitzumachen. Und das habe ich dann genutzt.

Und das war dann der Tag, der 31.10.2007, an dem sich alles komplett geändert hat.

Das hat mich dann extrem fasziniert. Ich habe dieses Herz auf einem Cappuccino gesehen, das so viele begeistert, und das ist ja eigentlich meist das letzte, was man ausgibt. Und das wollte ich unbedingt machen. Ich war damals 19 Jahre alt und das ist halt geil, wenn du Leute an der Theke mit so etwas begeistern kannst.

Und die Meisterschaften - dort war ich eigentlich nur aus dem Grund, um zu gucken, wo ich stehe, und mich natürlich auch weiterzubilden. Ich wollte ja nie etwas groß erreichen damit. Das ist im Nachhinein natürlich leicht zu sagen, wenn man das alles gewonnen hat, aber ich hab es wirklich so gesehen. Ich gehe dahin, treffe Leute, trainiere da drauf, bekomme Feedback und kann mich verbessern.

Wo hast du dabei am meisten gelernt?

Im Training. Also wirklich im alleinigen Training. Natürlich habe ich unzählige Barista-Kurse und Ausbildungen gemacht, habe sehr viel Eigeninitiative gezeigt und das hat mich eigentlich immer weitergebracht.

Ich habe mindestens ein bis zweimal in der Woche trainiert. Es ist am Ende wie eine Sportart, wenn du da gut werden möchtest.

Aber ich habe das ja aus Spaß gemacht. Also nicht aus Zwang, sondern weil es mir einfach Spaß gemacht hat und genau deswegen hat sich das nicht so angefühlt - „Ich muss jetzt trainieren gehen“.

Was begeistert dich besonders an deiner Arbeit oder an den Meisterschaften?

Also das, was mich eigentlich grundsätzlich an dem Ganzen begeistert, ist, dass ich andere damit begeistern kann. Das ist irgendwie schön, weil da ist ja dieser Gastgebergedanke dahinter. Vor zwei Jahren auf einer Messe kam eine vorbei, die hat mit dem Finger auf mich gezeigt und rief „SIE!“. Und ich so: „Was hab ich denn angestellt?“ -

„Bei ihnen hab ich vor drei Jahren einen Kaffee getrunken und das ist bis heute der Beste, den ich in meinem ganzen Leben getrunken habe.“

Irgendwie ist das eigentlich der ganze Verdienst. Ist ja schön und gut, dass ich Weltmeister bin und dass ich guten Kaffee zubereiten kann. Aber wenn du dann so etwas kriegst, freut einen das unglaublich.

Was mich auch begeistert ist, den Leuten auch das Thema Kaffee näherzubringen, weil es ja leider immer noch so stiefmütterlich behandelt wird in Deutschland. Und den Menschen auch etwas dazu beizubringen, dass eine Sorte nicht immer so dunkel geröstet sein muss, dass Kaffee auch mal eine Frucht haben kann und dann natürlich auch das Thema Nachhaltigkeit im Anbau.

Wie ist die Kaffeeszene eigentlich so?

Die Szene ist unheimlich freundlich. Egal wo ich war, habe ich es immer so empfunden. Gut, ich bin natürlich immer bekannt inzwischen, aber ich bekomme es eben auch mit, wenn Neue sozusagen reinkommen. Die werden so herzlich aufgenommen und jeder ist da willkommen. Wir sind eigentlich immer gleich alle per Du, da gibts kein Sie. Und da gibts auch kein Konkurrenzdenken.

Das Lustige war, 2014 vor der Weltmeisterschaft haben wir uns alle in Mailand beim Maschinenhersteller, wo die Meisterschaft ausgetragen wurde, getroffen - aus aller Welt - und haben dort gemeinsam trainiert.

Alle Konkurrenten haben gemeinsam trainiert und haben sich auch die Muster gezeigt.

Ich meine, mein Sieger-Motiv, die Schildkröte, die haben eigentlich meine Konkurrenten gefunden. Aber ganz ehrlich, wenn wir über Kaffee reden, ist doch alles ganz gemütlich. Das ist es, was uns am Ende zusammenbringt. Für jeden bleibt irgendwo ein Stück vom Kuchen.

Bild

Hat sich die Kaffeekultur in Deutschland in den letzten Jahren verbessert? Sind die Deutschen interessierter an qualitativem Kaffee und hochwertiger Zubereitung?

Ja, definitiv. Schon alleine, seitdem Nespresso am Markt ist und die Leute verstehen, dass Kaffee nicht nur nach Kaffee schmeckt, sondern auch aus anderen Anbauregionen kommt und die konnten dadurch mal die Vielfalt probieren - was man ja vorher gar nicht gemacht hat.

Man hatte ja irgendwelchen Filterkaffee, den man von der Oma kennt. So haben wir Kaffee kennengelernt.

Und jetzt kommen halt die ganzen Vollautomaten. Also klar, man kann auf die Großen schimpfen, aber die Großen machen auch sehr viel richtig, und das hat sich definitiv verbessert. Sieht man auch an den ganzen kleinen Röstereien, an diesem Focus - überall steht jetzt „Barista“, was mich auch bisschen stört inzwischen. Überall „Barista Edition“, bei der Milch, beim Kaffee - ich mag es inzwischen sogar ungern sagen, dass ich Barista bin und sage dann immer spaßeshalber, dass ich „Professioneller Schaumschläger“ bin.

Was macht für dich eine gute Kaffeemühle aus?

Na gut, große Mahlscheiben mag ich halt gern, weil da die Vermahlung gleichmäßiger ist. Dann, die Schnelligkeit ist schon auch wichtig für mich. Kommt natürlich auch bisschen darauf an, ob in der Gastronomie oder im Privathaushalt. In der Gastronomie ist es eben ein Muss. Im Privaten gehts, aber wenn man viele Gäste hat, ist es ähnlich, denn ein Doppelshot mit 12 Sekunden - da hast du automatisch Schlangen und das machen auch sehr viele falsch. Die sagen, ich hol mir ne günstige Mühle, und dann wird die Schlange immer länger und dann meckern sie, warum das alles so lange dauert? Dann hole ich mir lieber einen Vollautomaten. Am Ende zählt natürlich die Probe in der Tasse. Hilft ja nicht, wenn ich eine gute Mühle habe und der Kaffee schmeckt nicht. Aber meistens passt es ja. Dann sollte die Mühle im Privathaushalt natürlich schön kompakt sein und gut in die Küche oder ins Wohnzimmer passen.

Ansonsten natürlich die Einfachheit der Bedienung: Muss ich da aufwendig ins Menü, da drin irgendwas einstellen, wieder raus, erst mal testen, dann wieder ins Menü... Ich hätte das gern schnell vorne am Display eingestellt. In der Gastro, aber auch daheim. All das ist sonst echt nervig.

Was ist der entscheidende Faktor für guten Espresso - die Mühle oder die Maschine?

Wenn du mich auf eine einsame Insel setzt und ich darf mir Kaffee-Equipment mitnehmen, würde ich sagen, gib mir Wasser, gib mir ne Gute Bohne und gibt mir eine gute Mühle - ne Maschine brauch ich nicht.

Aber im Grunde genommen ist die Mühle das Wichtigste, denn umso besser die Mühle, umso gleichmäßiger werden ja die Stoffe gelöst. Ich hab ja einen Barista-Kurs, wo du alle Maschinen testen kannst, vom Einkreiser bis zum Dualboiler und ich habe eine große und eine kleine Mühle. Da machen wir meistens so um die 100 Espresso in dem Kurs, weil wir unheimlich viel verkosten. Der Einkreiser kostet dabei so um die 400, 500 Euro und die Mühle so um die 1000 Euro. Und dann merken die Leute mal: Mit so einer kleinen Mini-Maschine und einer guten Mühle bekommt man so ein geiles Ergebnis.

Anfänger tun sich oft schwer, konstant gute Ergebnisse beim Espresso-Machen zu erzielen. Welche Faktoren sind hier wichtig?

Oft liegt es schon allein an der Kaffeemischung. Sobald du eine Kaffeemischung drin hast, wird er eh immer anders. Die Mühle weiß ja jetzt nicht, „ich brauche jetzt acht Brasilianer, fünf Inder und fünfzehn Kenianer“. Das klingt immer so lustig, wenn wir dabei von Kenianern und Indern reden, aber im Ernst: Allein wenn du dich für eine Mischung entscheidest, kannst du es vergessen, dass der Kaffee immer gleich wird. Da müsstest du von einer Farm, aus einer Zeile dich nur bedienen. Selbst auf den Farmen wird der Kaffee schon zusammengemischt mit verschiedenen Rebsorten, oder Varietäten, wie man es bei uns nennt. Das ist die erste Konstante.

Dann natürlich deine Arbeitsschritte, die müssen immer gleich sein. Wenn ich sehe, wie die Leute manchmal tampen - die machen sich immer Gedanken, mit wie viel Kilo ich andrücke. Aber die leveln den Kaffee vorher nicht, verteilen den Kaffee nicht richtig und tampen meistens schief.

Beim Tampen geht also oft etwas „schief“?

Ja, genau. Viele drehen, viele verlagern ihr Gewicht falsch. Dabei machen sich die meisten nur darüber Gedanken, wie viel Druck sie aufwenden müssen. Druck ist aber total irrelevant. Mit wie viel Bar drückt denn das Wasser auf den Kaffee? Mit 9 Bar. Wer drückt denn mit 9 Bar? Wenn das Mahlgut ordentlich verteilt ist, das Mahlgut gut ist, du gerade andrückst und diese Arbeitsschritte immer gleich ausführst, dann ist der Anpressdruck egal. Was versuchen wir denn beim andrücken? Wir versuchen eigentlich nur die Luft rauszudrücken. Die Luft hast du mit 10 Kilogramm mindestens schon rausgedrückt, mit 15 sowieso und mit 20 erst recht.

Dann bringen also auch diese Tamper mit eingebautem Druckmesser gar nichts?

(Lacht). Ja - mit den Dingern tampst du nämlich immer irgendwie schief, weil man mit den Fingern ja auch gar nicht mehr an das Sieb rankommt. Viele halten den Tamper auch von Haus aus falsch.

Die Faktoren für Konstanz sind also: Mühle, Mensch und bisschen auch die Maschine und die Temperatur natürlich.

Aber was man manchmal in den Kaffee-Foren liest, ist echt zu krass.

Da hat jemand eine sehr günstige Mühle und redet über Konstanz. Das kannst du vergessen. Neulich hat jemand geschrieben, er möchte einen Barista-Kurs @Home, wo ich nach Hause komme und ihm helfe und hat eben eine ungeeignete Mühle zu Hause und wundert sich, warum er unterschiedliche Ergebnisse bekommt. Woher soll er das auch wissen? Aber ich muss ihm eben ehrlich sagen: Das funktioniert leider nicht.

In manchen Foren wird die Kaffee-Zubereitung auch zur Wissenschaft. Welche Präzision oder welches Qualitätsbewusstsein ist für dich wichtig?

Also ich wiege auch jeden ab - wenn ich Zeit habe. Auch wenn viele meinen „Oh Gott, du nimmst ne Waage?“. Aber ich sehe mich wie ein Sternekoch und ich möchte arbeiten wie ein Sternekoch. Und was macht der? Der wiegt alles ab, der nimmt seine Pipette und legt alles schön auf den Teller. Und die Leute zahlen einen gewissen Preis dafür und nehmen das dann auch bewusst wahr. Warum bist du bei einem Sternekoch so schnell satt? Einfach, weil du bewusst isst. Das will ich ja auch. Das will ich auch schaffen bei meinen Gästen, dass sie bewusst den Kaffee wahrnehmen und sagen: Die eine oder zwei Tassen am Tag, die reichen mir - aber wenn dann, soll es eine geile Tasse Kaffee sein. Und diese eine tolle Tasse, die will ich eben auch mit höchster Präzision herstellen. Das will ich von mir aus, weil da mein Name dahintersteht. Und manche wollen das vielleicht nicht, auch okay.

Wenn Sie das nicht wollen, können sie auch zum Bahnhof rübergehen und sich einfach einen Kaffee aus dem Becher ziehen. Viele Gastronomen haben hier nicht den Mut einfach zu sagen: So mache ich das.

Und dann sagt ein Gast: Ja mach mal meine Milch 100 Grad heiß. Das ist vollkommen okay, aber das ist halt nicht meine Zielgruppe. Du kannst auch nicht in ein veganes Restaurant gehen und sagen, mach mir mal Rührei. Das macht der nicht, vergiss es. Und manche Gastronomen sagen hier, da verlier ich Gäste, aber das ist totaler Quatsch. Man zieht sich am Ende genau die Gäste, die das zu schätzen wissen und zu deinem Konzept passen. Meine Kunden sagen inzwischen, sie geben gutes Geld aus für die Leistung, die ich bringe.

Ich verlasse mich also wenig auf Technik. Es ist klar, wenn ich jetzt auf einer Messe viel Kaffee mache und den Leuten zum zehnten Mal sage, dass sie in den Espresso keinen Zucker tun müssen, weil er auch so super ist - dann ist es mir natürlich auch egal, dann bekommen sie auch mal einen aus einem einzelnen Siebträger, denn ich nehme ja immer einen Doppelten. Mancher Gastronom würde hier versuchen 5 bis 10 Cent rauszusparen - aber darum geht es ja nicht. Wenn einer einen Freund mitbringt, weil er sagt, der Kaffee schmeckt hier so toll, dann brauche ich das alles nicht. Da spricht dann die Qualität und das ist eigentlich meine Philosophie.

Helle Röstungen werden immer beliebter. Sind aber schwieriger zuzubereiten?

Dunklere Röstungen sind einfacher. Wenn du eine sehr dunkle Röstung trinkst, wie schmeckt der? Meist verbrannt - mehr ist da oft nicht drin. Wenn du ein Fleisch komplett durch brätst - dann schmeckt es eben so. Aber wenn du das auf Medium brätst oder das Gemüse scharf anbrätst, sind da Aromen da. Und beim Kaffee ist es ähnlich. Wir müssen ja aus dem Kaffee noch etwas rausholen.

Dadurch, dass Kaffee so ein hochkomplexes Lebensmittel ist, kann manchmal ein kleiner Fehler große Auswirkungen haben. Da musst du Wissen haben, um die Aromen rauszuholen.

Es ist ganz einfach. Aber da werden die Leute manchmal verrückt und sagen, der Kaffee schmeckt mir nicht, schmeckt viel zu sauer. Er schmeckt auch sauer, weil das Wissen fehlt, den Kaffee zuzubereiten. Also solche hellen Röstungen kennen wir ja noch nicht so lange. Wir kennen Kaffee mit Milch und Zucker, wie bei Oma. Und jetzt erst kommt Kaffee, wie er eigentlich sein sollte, zu uns.

Hast du in anderen Ländern bessere Erfahrungen gemacht?

In Australien zum Beispiel herrscht ja eine ganz andere Kaffeekultur, die uns zehn Jahre voraus ist. Ich war ja zur Weltmeisterschaft in Melbourne, genau heute vor sechs Jahren. Die Australier trinken seit Jahren Craft-Beer, es gibt viele Genussmenschen und allgemein wird viel auf gute Qualität geachtet. Das hat mich so begeistert. Allgemein geht es aber natürlich nicht um Nationalitäten. Da kommen Leute zu mir und sagen: Ah, da drüben, bei den Italienern kriege ich aber einen heißen Cappuccino. Warum kriege ich das hier bei euch nicht? Der Italiener hat ja recht. Genau das ist leider nicht wahr. Ich kann auch Autos bauen, denn ich bin ja Deutscher? Das macht keinen Sinn.

Was sind deine nächsten Pläne?

Ich eröffne eine eigene Rösterei mit meinem Kollegen und langjährigen Kumpel Daniel, der auch deutscher Meister ist. Die Idee ist uns irgendwie bei einem geselligen Abend gekommen (lacht) - wie man das eben so macht, aber das haben wir uns auf die Fahne geschrieben und jetzt ist es bald so weit. Das Logo ist jetzt gestern gekommen und es geht voran. Daniel wird natürlich weiter an Meisterschaften teilnehmen, ich jedoch nicht mehr, ich höre damit auf. Natürlich wollen wir auch Teilnehmer trainieren für die deutsche Meisterschaft. Also das Thema Meisterschaften bleibt bei uns auch immer präsent.

Frühestens Ende nächsten Jahres oder 2022, 2023, die Richtung, wollen wir ein Café in Bamberg eröffnen und natürlich ist es unser Ziel, das beste Café zu werden. Hier würden wir auch gerne mit der lokalen Barszene zusammenarbeiten, denn wir haben auch wirklich eine tolle Barszene, da sind auch einige deutsche Meister dabei.

Dann weiter in die Zukunft geblickt: Eine eigene Kaffeefarm wäre schon ein Traum, mal schauen wie schnell das dann geht. Das wäre so cool, denn du bist da noch mit mehr Emotionen dahinter. Schließlich hast du den Kaffee selber drei Jahre angepflanzt, denn Kaffee braucht ja auch drei bis fünf Jahre. Und mit solchen Emotionen dann bei einer Meisterschaft anzutreten, das ist schon mega, denn du präsentierst der Welt damit wirklich, was du geschaffen hast. Und das ist schon richtig geil.

Jetzt freuen wir uns schon richtig auf euren Kaffee - wo bekommen wir den?

Den wird es bei mir auf der Webseite im Online-Shop geben, über unsere Endverbraucher-Schulungen, d.h. die Kurse und natürlich dann in einem Shop im Café.

Häufig gestellte Fragen

Wieso ist ein gleichbleibendes Mahlergebnis wichtig für einen guten Espresso?

Der Mahlgrad bestimmt, wie leicht das Wasser durch den angepressten Kaffee fließen kann.

Was passiert, wenn das Kaffeepulver zu grob gemahlen wurde? Der Kaffee wird unterextrahiert, das Wasser läuft viel zu schnell durch den Siebträger und der Espresso schmeckt wässrig.

Was passiert, wenn das Kaffeepulver zu fein gemahlen wurde? Der Kaffee wird überextrahiert, das Wasser kommt kaum durch den Siebträger durch, es entsteht zu viel Druck und der Espresso hat keine Crema und schmeckt bitter.

Was passiert, wenn das Kaffeepulver im genau richtigen Mahlgrad gemahlen wurde? Der Kaffee wird in der perfekten Zeit von 25 bis 30 Sekunden gebrüht, das Wasser extrahiert Aromastoffe und Öle des Kaffees aus einer optimalen Größenverteilung der Kaffeepartikel.

Ein gleichbleibendes Mahlergebnis garantiert, dass dieser perfekte Mahlgrad auch immer eingehalten wird und die Mühle nicht zu stark davon abweicht, d.h. zu grob wird oder zu viel Feinstaub produziert.

Das Kernstück jeder Kaffeemühle, das Mahlwerk ist für diese Präzision verantwortlich und die Qualität des Mahlwerks schlägt sich meist auch im Preis der Mühle nieder. Wer also gleichbleibende, verlässliche Ergebnisse beim Espresso möchte, muss meistens auch etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

Was kann ich mit mehr Mahlgraden anfangen?

Mit vielen unterschiedlichen Mahlgraden oder gar einem stufenlosen Mahlwerk kann man das Mahlgut perfekt an die Bohnensorte, den eigenen Geschmack, die Menge an Crema, die man haben will und die eigene Maschine anpassen.

Je mehr Mahlgrade ich habe, umso präziser kann ich auch mahlen. Das ist vor allem nützlich, wenn ich die Mühle perfekt auf bestimmte Bohnensorten einstellen möchte.

Ein perfekt empfundener Espresso hängt von einigen Faktoren ab, aber ohne eine genaue Einstellung des Mahlgrades kann er nicht gelingen.

Welchen Vorteil hat die automatische Dosierung?

Schon geringe Abweichungen der Menge können bei Espresso den Geschmack und den Körper verändern, weil die Extraktion verlangsamt oder beschleunigt wird. Eine automatische Dosierung kann hier helfen und sorgt für einen konstant guten Espresso, sobald du die richtige Einstellung gefunden hast.

Es wird unterschieden zwischen der zeitgesteuerten Dosierung über einen Timer, der misst wie lange die Kaffeemühle mahlt und der gewichtsbasierten Dosierung, bei der das Mahlgut gewogen wird.

Die Timer-Funktion, welche sich teilweise auf bis zu 0,1 Sekunden genau programmieren lässt, ermöglicht eine exakte Portionierung des Mahlguts, sobald man den passenden Mahlgrad gefunden hat. Damit bekommst du immer die gleiche Menge an Mahlgut pro Mahlvorgang und musst dich nicht auf dein Gefühl verlassen.

Wechselt man den Mahlgrad, z.B. bei einem Bohnenwechsel, kann es sein, dass man den Timer wieder anpassen muss, weil die Menge nicht mehr stimmt. Die gewichtsbasierte Dosierung ist hier präziser, da das Mahlgut ja exakt abgewogen wird. Für alle, die häufig die Bohnensorte wechseln oder mit den Mahlgraden experimentieren, kann die gewichtsbasierte Dosierung sehr hilfreich sein.

Was ist wichtig beim häufigen Bohnen- oder Mahlgradwechsel?

Wenn du die Bohnensorte wechselst oder einen anderen Mahlgrad z.B. für Filterkaffee benötigst, musst du in der Regel den Mahlgrad der Maschine umstellen, als auch die eingestellte Mahlmenge, insofern du eine automatisierte Dosierung, z.B. über einen Timer, verwendest.

In diesem Fall ist es praktisch, wenn eine Maschine mehrere dieser Timer-Einstellungen speichern kann, oder aber die Umstellung des Timers zumindest sehr einfach funktioniert.

Außerdem verbleibt bei den meisten Maschinen immer etwas Kaffeepulver vom letzten Mahlvorgang in bestimmten Bereichen der Maschine, die "Totraum" genannt werden. Wenn du nun neue Bohnen verwendest, wird der erste gebrühte Kaffee immer aus einer Mischung des neu gemahlenen und des alten Totraum-Pulvers bestehen. Wenn du also häufig die Bohnen wechselst und auch den ersten Shot unverfälscht erleben willst, benötigst du eine Maschine mit sehr kleinem Totraum.

Was ist Totraum und für wen ist Totraum schlecht?

Was ist Totraum?

Totraum ist die Menge an Kaffeepulver, die in der Maschine verbleibt, nachdem die Maschine komplett leer gemahlen wurde. Das Mahlgut legt bei vielen Mühlen eine Strecke zurück vom Mahlwerk bis zum Auswurf. Wenn der Mahlvorgang stoppt, befindet sich ja noch Kaffeepulver in der Maschine - und dieses wird nicht auf wundersame Weise mit ausgestoßen, sondern bleibt dort einfach liegen. Das können bis zu 10 Gramm sein - also eine ganze Portion Espresso!

Was passiert mit dem Pulver?

Das feine Pulver oxidiert durch die größere Oberfläche viel schneller als die Bohnen im Bohnenbehälter. Das ist ja einer der Gründe, warum man nicht einfach vorgemahlenes Pulver verwendet. Wenn das nun ein paar Stunden oder gar Tage herumliegt, verändert sich durch die Oxidation der Geschmack des Kaffees - er wird alt und schmeckt bitter.

Was bringt Totraum noch für Probleme mit sich?

Wenn man seinen Mahlgrad einstellt oder umstellt, muss man immer den Totraum beachten, sonst verwirrt man sich nur selbst. D.h. man braucht immer 2 Mahlvorgänge, um das herumliegende Totraum-Material der letzten Einstellung mit "herauszumahlen". Sonst würde man ja eine Art Mischung bekommen zwischen dem neuen Kaffeepulver und dem Totraum-Kaffeepulver - und damit kann man nicht sagen ob die aktuelle Einstellung nun besser oder schlechter ist.

Für wenn ist das besonders ein Problem?

Grundsätzlich für alle Privatanwender - denn die haben im Gegensatz zur Gastro eben Stunden- oder Tagelange Pausen zwischen den Mahlvorgängen und müssen dann immer erst den Totraum durchmahlen, wenn sie keinen alten Kaffee wollen. Das führt zur Verschwendung von Kaffee.

Besonders schlecht ist es für alle, die häufig den Mahlgrad wechseln, weil sie mit Bohnensorten experimentieren oder andere Kaffeearten als Espresso zubereiten wollen.

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